Erinnerungen des Obst a.D. Alfred Klinglhuber

Tauchen Sie ein in die eindringlichen Berichte von Obst a.D. Alfred Klinglhuber, der seine Erfahrungen von den Golan Höhen teilt. Seine Einsätze, geprägt von Führungsstärke und Pioniergeist, sind ein wichtiger Teil der Geschichte des UNDOF AUSBATT.

Einblicke in die Golan Höhen: Alfred Klinglhubers erster Einsatz

Alfred Klinglhuber (ganz rechts, heute) teilt seine persönlichen Erinnerungen an seinen ersten Einsatz als Kompaniekommandant auf den Golan Höhen. Erleben Sie die Herausforderungen und Kameradschaft, die diesen prägenden Abschnitt seiner militärischen Laufbahn kennzeichneten. Heute ist er gerngesehener Gast und auch Vortragender des OÖ Veteranen Stammtisches. Sein Steckenpferd? Er bereist mit seinem schon in die Jahre gekommenen Wohnmobil die Welt. 

Ein Meilenstein: Der erste Milizoffizier als stellvertretender Bataillonskommandant

Erfahren Sie mehr über Alfred Klinglhubers zweiten Einsatz, bei dem er als erster Milizoffizier die anspruchsvolle Position des stellvertretenden Bataillonskommandanten innehatte. Seine Führung in dieser Rolle war ein Novum und setzte neue Maßstäbe im UNDOF AUSBATT.

Für alle ehemaligen Angehörigen des UNDOF AUSBATT

Diese Erinnerungen sind speziell für alle ehemaligen Angehörigen des UNDOF AUSBATT gedacht. Wir laden Sie ein, in die Vergangenheit einzutauchen, gemeinsame Erlebnisse zu reflektieren und die Kameradschaft wieder aufleben zu lassen, die diese Zeit prägte.

Erster Einsatz im Jahr

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Zweiter Einsatz als stellvertretender Bataillonskommandant 1987/88

Ein besonderes Zeichen für die Miliz

Als erster Miliz Offizier überhaupt wurde der damalige Major Alfred Klingelhuber zum DCO (stellvertretender Bataillonskommandant) des UNDOF AUSBATT bestellt. Er meisterte diese Aufgabe mit Bravour und sollte sogar als Bataillonskommandant zurückkehren. Seine Aufgaben als Bataillonskommandant in der Heimat verhinderten eine abermalige Rückkehr. 

Operativ und repräsentativ

Diese Erinnerungen erlauben uns einen kleinen Einblick, hinter die Kulissen des AUSBATT. Neben der operativen Führung des Bataillons und des normalen Tagesgeschäfts in einem Einsatzgebiet gab es auch viele gesellschaftliche und repräsentative Verpflichtungen. Diese Seite sollte allerdings nicht den falschen Eindruck erwecken, dass man als Offizier des AUSBATT nur Gäste empfing und feierte. Über das Leben im Einsatzgebiet und den damit verbundenen Entbehrungen aber auch Freuden gibt es bereits sehr viele Informationen auf dieser Seite. Obst a.D. Klingelhuber gewährt uns einen Einblick hinter die Kulissen, abseits des Routinebetriebs, der den meisten verborgen bleib.  

Camp Faouar 1987/88

Hier im Camp Faouar war das Bataillonskommando. Von hier aus wirkte der DCO (stellvertretender Bataillons Kommandant)

Medal Parade 26.10.1987

Unter den Augen vieler Ehrengäste meldet Mjr Klingelhuber, als Kommandant der ausgerückten Truppe. dem Force Commander General Major Gustav Welin (Schweden). 

Dies war ein großer Tag. Nicht nur der österreichische Staatsfeiertag und  die Medal Parade. Auch der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim stand an. 

Anlässlich des hohen Besuchs spielte eine syrische Kapelle auf. Deren Kapellmeister hat in Budapest Musik studiert. 

Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim auf Truppenbesuch beim AUSBATT

Anlässlich des Staatsfeiertages reiste der Bundespräsident und der Außenminister Dr. Alois Mock mit Gattinnen und eine hochrangige Delegation des Verteidigungsministeriums nach Syrien. Neben dem österreichischen Botschafter und Repräsentanten der verschiedenen Kontingente von UNDOF waren auch hohe Vertreter der syrischen Regierung und des syrischen Militärs zu Gast beim AUSBATT. 

Der Bataillonskommandant Oberstleutnant Günther Winkler überreichte dem hohen Gast ein Splitterkreuz.

Der DCO Major Alfred Klingelhuber überreichte ebenfalls ein Splitterkreuz an Außenminister Dr. Alois Mock

Beim traditionellen "Standlmarkt" im Camp ging der Bundespräsident und seine Entourage auf Tuchfüllung mit seinen Soldaten

Weihnachten und Silvester 1987/88

Weihnachten war immer etwas besonderes fern der Heimat.

 

Aus der Heimat wurden Christbäume eingeflogen damit auf jedem Stützpunkt und auch im Camp ein Baum am 24.12. hell leuchten konnte.

 

Es kamen auch immer Pakete von den Angehörigen und oft auch Spenden von Organisationen für die Soldaten. Weihnachten 1987 kam so eine Spende von der SPÖ Oberösterreich. Kistenweise frisch geräucherter Speck. Major Alfred Klingelhuber persönlich überwachte die Aufteilung, damit wirklich jeder Soldat ein Stück bekam und der Speck nicht in irgendeiner Messe "verschwand". 

 

 

Selbstverständlich wurden die Feiertage gebührend gefeiert. Ob auf den Stützpunkten oder im Offiziers-Casino, der Unteroffiziersmesse oder in der Mens-Mess. 

Verbindungsaufbau zur Regionalbevölkerung

Eine wichtige Aufgabe von UNDOF bestand darin, mit den regionalen Würdenträgern, oder Vertretern der verschiedenen Volksgruppen, welche  im Einsatzgebiet ansässig waren, freundschaftliche Beziehungen herzustellen. Dazu gehörte der direkte Kontakt vor Ort. Wie in arabischen Ländern üblich wurde die Gastfreundschaft groß geschrieben und es wurden immer wieder Delegationen zu Feierlichkeiten oder zwanglosen Treffen geladen. 

 

Bei solchen zwanglosen Treffen wurden immer lokale Spezialitäten aufgetischt. Unter anderem, wie unten auf den Bildern zu sehen, gekochter Schafskopf. Den Gästen wurde die Ehre zuteil, dass Gehirn des Schafskopfes zu verspeisen. Für manche eine zweifelhafte Ehre. Ablehnen wäre eine grobe Beleidigung des Gastgebers. Also Augen zu und durch. 

Gopher Hole

Bei jeder Rotation wurde die Einsatzfähigkeit des AUSBATT überprüft. Bei dieser "Gopher Hole" genannten Übung gibt es vorgegebene Szenarien und Übungsannahmen welche vom Bataillon durchgeführt werden müssen. Ein Team aus Schiedsrichtern beurteilt wie die Aufgaben erfüllt wurden und beim abschließenden Briefing werden die einzelnen Abläufe durchbesprochen und wenn nötig Verbesserungen ausgearbeitet. Vom BaonKdt bis zum letzten Schützen, alle stehen auf dem Prüfstand. 

 

 

 

Major Lenthe (S2/S3) beim Lage Briefing im BaonsKdo. Obstlt Gigler (BaonsKdt) und Mjr Klingelhuber (DCO) voll konzentriert. 

Schnell noch eine Zigarette bevor es in den Shelter geht. 

Die schnelle Eingreif - Gruppe ist einsatzbereit.  Die EEG war die Verstärkung sollte es auf einem Stützpunkt zu Problemen kommen und mehr Feuerkraft und/oder Sanitätsversorgung von Nöten sein. 

Sportliches Kräftemessen: AUSBATT - POLLOG

Neben dem AUSBATT war auch das POLLOG, die Logistikeinheit aus Polen im Camp Faouar stationiert. Neben verschiedenen Logistikaufgaben (Wassertransport), war das polnische Kontingent auch für die Minenräumung in der Zone verantwortlich. 

 

Der Kalte Krieg war noch heiß und Polen gehörte dem Warschauer Pakt an. Obwohl Österreich neutral war, gehörte Polen zum "Feind". Das polnische Kontingent wurde daher immer von sogenannten "Polit-Offizieren" begleitet um eine Verbrüderung mit dem "Feind" zu verhindern,

Um sich näher kennenzulernen und Vertrauen zu bilden wurden immer wieder sportliche Wettkämpfe veranstaltet. 

 

Unter den Augen der Kontingent Kommandanten lieferten sich die Teilnehmer harte, aber faire Wettkämpfe und die Sieger wurden mit Pokalen und Urkunden geehrt. 

Schwedischer Vize Admiral beim AUSABTT

Immer wieder waren auch Delegationen welche nicht unmittelbar bei UNDOF waren zu Besuch die sich über die Lage in der vom AUSBATT kontrollierten Zone informierte. Hier ein schwedischer Vize Admiral und sein Adjutant. 

Völkerverbindung der innigsten Art

Der Fahrer von Mjr Klingelhuber fand seine große Liebe im Einsatz und ehelichte sie im Beisein vieler Gäste in Damaskus im syrisch orthodoxen Ritus. Mjr Klingelhuber gratulierte im Namen des AUSBATT

Dienstaufsicht durch den Force Commander

Der schwedische Force Commander General Major Gustav Welin besuchte den Stützpunkt 20 um sich ein Bild von der Einsatzbereitschaft zu machen.

StPKdt Wm Lang meldet an Mjr Klingelhuber den Stützpunkt zur Visite angetreten. 

AUSBATT Marsch

Eine besondere Herausforderung für alle Teilnehmer der AUSBATT Marsch. Diese sehr beliebte aber auch sehr fordernde Veranstaltung ging über 2 Tage. Zu meistern waren rund 45 km und mehr als 2.000 Höhenmeter. Start war in Quneitra, Der Marsch führte durch den gesamten Verantwortungsbereich des AUSBATT und endete am 2. Tag auf dem Gipfel des Mount Hermon auf 2.814 m. Neben Marschierern sämtlicher Kontingente von UNDOF, waren auch Mitstreiter verschiedener Botschaften am Start. Mitten unter ihnen der damalige Force Commander der österreichische Divisionär (heute General Major) Radauer. 

Der BaonsKdt ObstLt Gigler und DCO Mjr Klingelhuber gehörten zu den Organisatoren. 

Nationalfeiertag in der österreichischen Botschaft

Anlässlich des Nationalfeiertage lud der österreichische Botschafter in seine resident in Damaskus und viele Ehrengäste, unter ihnen der damalige Verteidigungsminister Lichal, folgten seinem Ruf. 

Bundesminister Lichal begrüßt Mjr. Klingelhuber. Im Hintergrund der legendäre Pater Edwin

Mjr KLingelhuber mit der Golan Legende Vzlt Werner Zofal

Im Gespräch mit dem deutschen Militärattaché. . Rechts hinten. Vom Dienstgrad her vermutlich der russische Militärattaché. 

Selma Bizem, Tochter von Elis Darwisch (pens. syrischer General) und Mjr Klingelhuber

Mjr Klingelhuber im Gespräch mit Washula, der Tochter eines hochrangigen syrischen Offiziers.

Botschafter Dr. Magerl, BM Lichal und der syrische General Tlass

Frühschoppen beim AUSBATT 28.09.1987

„Die Erinnerungen an die Golan Höhen sind ein unvergesslicher Teil meiner Militärzeit. Es war eine Ehre, dort zu dienen und Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein.“

Obst a.D. Alfred Klinglhuber