Erinnerungen des Obstlt a.D. Prof. Mag. Alfred Klinglhuber
Tauchen Sie ein in die interessanten Berichte von Obstlt a.D. Prof. Mag. Alfred Klinglhuber, der seine Erfahrungen von den Golan Höhen teilt. Seine Einsätze, geprägt von Führungsstärke und Pioniergeist, sind ein wichtiger Teil der Geschichte des UNDOF AUSBATT.
Oberstleutnant aD Prof. Mag. Alfred Klinglhuber
Geboren am 02.05.1941 in Graz. Aufgewachsen in Selzthal (Obersteiermark), übersiedelt 1957 nach Wels.
Studium der Geschichte und Geografie in Wien. Ausübung des Lehramts in Wels (BG/BRG Schauerstraße) und an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Linz. Ausbildung in Gruppenpädagogik, klientenzentrierte Gesprächsführung, Supervisor u.ä.
Verheiratet seit 1967 mit Gudrun. 2 Kinder Ortwin und Birgit.
Militärische Ausbildung: 1 Kp/PiB 4 in Ebelsberg als NUO Gehilfe (Gefreiter). Aus Verärgerung über die Art und Weise wie mit Soldaten bei Inspektionen/Instrukrtionen umgegangen wurde, ROA (Reserveoffiziersanwärter) Nachhollaufbahn bis einschließlich Truppenkommandanten Kurs. Letzte Mob-Funktion: Kdt JgBaon 14.
Ab dem 1. UN - Einsatz unter BaonsKdt Obst Nik Horvath, Führungsverhaltensseminare als Trainer, gemeinsam mit Hptm Klaus Volker an der Theresianischen Militärakademie, Wr. Neustadt,, für Miliz-Offiziere. Das Training für den 12. Generalsstabskurs war eine einmalige Aktion.
In der Freizeit Reiseleitungen von 1971 - 2009 in den Nahen-und Mittleren Osten.
Nach meiner Unterrrichtstätigkeit von 1993 - 2003 als Stadtrat (FPÖ) für Wels tätig. Ein universitärer Lehrgang für Umweltmanagement bildete die professionelle Grundlage dafür.
Derzeitige Freizeitaktivitäten: Reisen, Lesen, Modellbau (Schiffe), Garten-und Baumpflege, gute Gespräche mit Freunden, Schlafen, Turnen, Yoga, Schwimmen und häusliche Dienste.

Einblicke in den Dienst auf den Golan Höhen: Alfred Klinglhubers
1. Einsatz 1981
Alfred Klinglhuber (ganz rechts, heute) teilt seine persönlichen Erinnerungen an seinen ersten Einsatz 1981 als stv. Kommandant der 1.Kp und Kdt des Hadar Zuges später Kdt des Edelweiß-Zuges. Erleben Sie die Herausforderungen und Kameradschaft, die diesen prägenden Abschnitt seiner militärischen Laufbahn kennzeichneten. Heute ist er gerngesehener Gast und auch Vortragender des OÖ Veteranen Stammtisches. Sein Steckenpferd? Er bereist mit seiner Gattin im schon in die Jahre gekommenen Wohnmobil die Welt.
1984 sein 2. Einsatz als Duty Officer im Hauptquartier in Damaskus.
Als Duty Officer im HQ war er das Bindeglied zwischen den Bataillonen von UINDOF von UNTSO und den Vereinten Nationen in New York. Ein sehr fordernder Dienst quasi als Mädchen für alles.

Ein Meilenstein: Der erste Milizoffizier als stellvertretender Bataillonskommandant
Erfahren Sie mehr über Alfred Klinglhubers 3. Einsatz von 1987 - 1989, bei dem er als erster Milizoffizier die anspruchsvolle Position des stellvertretenden Bataillonskommandanten des AUSBATT innehatte. Seine Führung in dieser Rolle war ein Novum und setzte neue Maßstäbe im UNDOF AUSBATT.

Für alle ehemaligen Angehörigen des UNDOF AUSBATT
Diese Erinnerungen sind speziell für alle ehemaligen Angehörigen des UNDOF AUSBATT gedacht. Wir laden Sie ein, in die Vergangenheit einzutauchen, gemeinsame Erlebnisse zu reflektieren und die Kameradschaft wieder aufleben zu lassen, die diese Zeit prägte.
1. Einsatz im Jahr 1981
Als junger Oberleutnant ging Alfred Klinglhuber 1981 zu seinem 1. Einsatz auf die Golan Höhen. Er bekleidete die Funktion des stv Kompaniekommandanten der 1. Kompanie und Zugskommandant des Hadar Zuges und später Zugskommandant des Edelweiß Zuges.
Die Ausgangslage:
Das Leben auf den Stützpunkten des AUSBATT
1981, sieben Jahre nach Beginn der Mission UNDOF, war das Leben auf den Stützpunkten noch geprägt von Improvisation. Die Bedingungen waren oft herausfordernd, insbesondere auf den Stützpunkten am Mount Hermon. Hier war der Dienst eine besondere Herausforderung, da die Soldaten mit wechselnden Wetterbedingungen, eingeschränkten Ressourcen und der Notwendigkeit, sich an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen, umgehen mussten. Trotz dieser Schwierigkeiten arbeiteten die Soldaten eng zusammen, um ihre Mission erfolgreich zu erfüllen und die Stabilität in der Region zu fördern.
Als Kommandant des Hadar Zuges war der Stützpunkt 16 B die neue Heimat von Oberleutnant Alfred Klinglhuber.
Auch als Offizier musste man seine Wäsche selbst waschen. Der Kerosin - Ofen im Bild explodierte und verletzter einen Soldaten schwer. Israelische Ärzte behandelten den Soldaten in einem Krankenhaus in Israel. Die Kompetenz bei Brandverletzungen war für die völlige Genesung ausschlaggebend.
Stützpunkt 16, obwohl nicht erlaubt fanden sich so manche Besucher ein. Sei es um medizinische Hilfe zu erbitten. Vzlt Ecker Heinz, SanUO.
Ehrenwache am Gedenkstein für den am 20.04.1977 ums Leben gekommenen Major Pellegrini.
Family Meeting bei Stützpunkt 16. Durch den Krieg getrennte Drusen Familien trafen sich beim Stützpunkt 16 und konnten durch Zurufen kommunizieren.
Einsatzübung für Evakuierung auf Stp 16
Quneitra nach der Rückgabe durch IDF, im Hintergrund "Quebechouse"
Geschändeter Friedhof in Quneitra
Im Spital in Quneitra
Ehepaar Dr. Suchanek-Fröhlich, Leiter des "Theresienschlössl" in Wien. Sie versuchten als Psychiater Einblick in das Stützpunktleben der Zone zu erhalten. (Nach tödlichen Vorfall auf Hermon Hotel.)
Es gab bis zu diesem Zeitpunkt keine Studien über das Leben in " Extremsituationen" von Soldaten (Ausnahme: Außenposten der Fremdenlegion in Afrika)
Klinglhuber hatte die Möglichkeit nach seiner Rücvkkehr, im Rahmen eines internationalen Psychiaterkongresses in Wien, seine Erfahrungen darzulegen.
Stützpunkt 10 war 1981 noch der KpStp der 1. Kompanie
Fußball Spiel auf dem Hubschrauberlandeplatz auf Stp 10. Der Rest der Crew als Zuschauer.
Die netten Herren der Muhabarat. Dem gefürchteten militärischen Geheimdienst. Sie gingen offiziell ganz normalen Berufen nach. In Wirklichkeit berichteten sie den syrischen Kommandanten die für diese Region zuständig waren.
Das Aushängeschild des AUSBATT war immer der Edelweißzug
Die ganzjährig besetzten Stützpunkte in Höhenlagen über 2.000 m, wie Hermon Hotel auf 2.814 m, waren alles andere als alltäglich. Für die Besatzungen der Stützpunkte Hermon Base, Hermon Süd und Hermon Hotel, die zusammen mit Stützpunkt 12 den Edelweiß Zug bildeten, stellte dies eine immense Herausforderung dar. Die extremen klimatischen Bedingungen waren dabei nur ein Teil des Problems; die ständige Flut von Besuchern, die diese Stützpunkte erkunden wollten, stellte eine zusätzliche Belastung dar. Besonders im Sommer, als die "Touristenströme" nicht abreißen wollten, sehnte sich so mancher Soldat nach der Ruhe des Winters. Trotz der damit verbundenen Isolation und der Wochen, in denen sie unerreichbar waren, war die Vorstellung von Stille und Abgeschiedenheit verlockend.
Dienstaufsicht am Berg. Kompaniekommandant Hauptmann Fritsch und Oberleutnant Alfred Klinglhuber inspizieren die Bergstützpunkte.
Grundsätzlich wurden die Stützpunkte am Berg mit dem Steyr 680 versorgt. Wenn es die Verhälnisse nicht mehr zuließen sprang der Schützenpanzer M113 ein.........
Auch die Pisten Bully wurden für die Versorgung herangezogen.
Wenn die Sicht es zuließ, sah man bis nach Haiffa.
Der polnische höchstrangige Feldwebel nach der Minenräumung.
Weihnachtsgeschenke aus der Heimat. Links Vzlt Richard Wagner. Der junge Mann in der Mitte ist der spätere Verteidigungsminister der Übergangsregierung General Starlinger, der mit seinem Bericht über die Versäumisse der vergangenen Regierungen und den entstandenen Anschaffungsstau beim ÖBH von ca. 56 Milliarden Euro, Staub aufwirbelte. Einer der ehrlichsten und verantwortungsbewußten Offiziere des ÖBH. Rechts der Adjudant des BaonsKdt Hauptmann Franz Rath.
Die Pinzgauer bewährten sich im schwierigen Gelände
Commcen auf Hermon Base. Hier laufen die Fäden zusammen.
Waschraum mit Dusche. Links der Zugang zum Vorratslager.
Besonders im Sommer wollte der "Touristenstrom" am Hermon nicht abreissen.
....oft war es nicht anders möglich, wenn es für Fahrzeuge keine Weiterkommen mehr gab, als die Versorgung zu Fuß durchzuführen.
Der Mount Hermon tief verschneit
Riesige Felsbrocken wurden zur Straßensanierung mit dem Pisten Bully herangeschafft.
Meterhoch türmte sich der Schnee im Frühjahr.
Der Blick ins Tal nach Arne.
Briefing auf Hermon Base
MilPfarrer Otto Krepper hält die Sonntagsmesse auf Hotel Base.
Provesorische Küche auf Base.
Warmwasseraufbereitung mit Heater (Tauchsieder mit Kerosin betrieben).
Dr. Thomas Klestil am Mount Hermon
Der damalige Botschafter Österreichs bei den Vereinten Nationen, Dr. Thomas Klestil, besuchte den Mount Hermon. Besonders bemerkenswert war seine Kleidung: Er erschien in Anzug und Krawatte in einem Einsatzgebiet auf über 2.000 m Höhe. Höhepunkte seines Besuchs waren der Halt und die kurze Andacht an der Gedenkstätte für die vier Kameraden, die 1974 bei einem Minenunfall ums Leben kamen, sowie das gemeinsame Mittagessen.
Schneeräumung am Mount Hermon mit Hindernissen
Um im Frühjahr so schnell wie möglich wieder mit Versorgungsfahrten auf den Berg zu beginnen, wurde zuerst mit der polnischen Schubraupe entlang der Schneestangen die Straße "freigeschaufelt". Anschließend wurde versucht mit dem Schützenpanzer M113 die bereits geräumte Straße an neuralgischen Punkten zu verbreitern. Dabei wurde die Schneewächte "geschrämmt", um den kompakten Schnee zu lockern und die Spur zu erweitern. Doch dieses Vorhaben verlief diesmal nicht wie geplant. Die Schneewächte war so hart wie Beton, der Panzer kletterte hinauf und kippte schließlich um. Jetzt lag er auf der Seite.
Die größte Sorge galt dem Fahrer, da der umgefallene Panzer schwankte und jederzeit umkippen konnte. Glücklicherweise hatte sich der Fahrer rechtzeitig ducken können und war im Innenraum in Sicherheit. Er konnte schließlich über die Hecktür aussteigen. Die Ursachenermittlung hat ergeben, laut Aussagen des Fahrers, dass er die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen, in dem Fall, vom Schnee gereinigte Schuhsohlen, nicht eigehalten hat und er deshalb vom Bremspedal abrutschte und irrtümlich auf das Gaspedal trat.
Oberleutnant Klinglhuber, ein erfahrener Pionier, übernahm sofort das Kommando, um den Vorfall unbürokratisch zu klären, ohne viel Aufhebens oder Meldungen nach oben. Seine größte Sorge war, dass der Panzer durch die schräge Lage Feuer fangen könnte. Der M113 besteht aus einer Aluminium-Legierung, um Gewicht zu sparen. Erfahrungen aus Konflikten, an denen der M113 beteiligt war, hatten gezeigt, dass der Panzer, wenn er Feuer fängt, wie Zunder brennt und nur Motor und Ketten übrig bleiben. Berichten zu Folge fängt der Panzer bei einem Überschlag Feuer. Daher wurden alle Fahrer dahingehend geschult, bei derartigen Vorfällen sofort den Motor abzustellen und den Hauptschalter zu deaktivieren.
Er beorderte den 2. SPz vom Stp 12 zum Unglücksort, und mit einem Stahlseil in der richtigen Position wurde der Panzer wieder auf die Ketten gestellt. Abgesehen von einer winzigen Schramme war am Panzer kein Schaden entstanden, sodass eine Meldung an das Kommando entfallen konnte. Obwohl niemand über diesen Vorfall sprach und es keine offizielle Meldung gab, gratulierte der Kompaniechef Hauptmann Fritsch Klinglhuber mit den Worten: "Das hast du gut gemacht!" Danach wurde nie wieder ein Wort darüber verloren.
Minenunfall 1981 . Ein Racheakt?
Die Nachricht, die Olt Klinglhuber am frühen Morgen erreichte, war erschreckend und eindeutig: Ein Minenunfall mit einem Pinzgauer auf der Fahrt von Hotel Süd nach Hotel Base. Unverzüglich löste er die Rettungskette aus und begab sich mit dem SANKA zum Unfallort. Dort bot sich ihm ein Bild der Zerstörung.
Glück im Unglück hatten der Fahrer und der Beifahrer des Pinzgauers. Es handelte sich um einen 3-Achs-Pinzgauer, der mit dem linken Vorderrad den Verzögerungszünder auslöste und die Mine an der Mittelachse explodierte. Dies erwies sich als ihr Glück, denn der Pinzgauer machte praktisch einen Vorwärtssalto und landete auf dem Dach. Beide konnten nahezu unverletzt selbstständig aus dem Fahrzeug kriechen und den Notruf absetzen. Abgesehen von einer Verätzung durch Batteriesäure am Hinterteil des Fahrers blieben sie unverletzt.
Jetzt begann die Ursachenerhebung, die beinahe eine viel schlimmere Katastrophe ausgelöst hätte. Während der Begehung des Unfallortes lief Olt Klinglhuber mehrmals über eine Stelle, an der später eine verdächtige Beobachtung gemacht wurde. Beinahe unsichtbar ragten drei runde, schwarze Stifte mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 Zentimetern aus dem Sand.
Sofort wurde die Stelle abgesichert und ein polnisches Minensuchteam angefordert. Tatsächlich wurde in unmittelbarer Nähe zum Unfallort eine weitere Mine und Blindgänger gefunden. Der polnische Minenspezialist identifizierte sie als jugoslawische Panzermine, gefüllt mit 4,5 kg TNT und drei Druckzündern, die mit einem Auslösegewicht von nur 15 kg ausgestattet waren. Wäre Klinglhuber auf einen der drei Zünder getreten, hätte er mit Sicherheit die Mine ausgelöst.
Gott sei Dank wurde sie rechtzeitig entdeckt und von den polnischen Spezialisten vor Ort gesprengt.
Die Minen konnten nur mutwillig plaziert worden sein. Vermutet wurde, dass Schmuggler, welche glaubten die UN Truppen wären Schuld, dass sie von Behörden verfolgt wurden, als Rache die Minen verlegten. Die Annahme stellte sich als richtig heraus, als ein Gespräch, Wochen später, mit einem verantwortlichen Clan Anführer die Lage klärte.
Als Konsequenz dieses Vorfalles wurden die Stützpunkte nochmals mit Stacheldraht verstärkt und ab sofort täglich eine Fußpatroille befohlen, bevor die Straße wieder für die Versorgungsfahrten freigegeben wurde.
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1984 sein 2. Einsatz als Duty Officer im Hauptquartier in Damaskus.
Im Jahr 1984 führte der 2. Einsatz Hauptmann Alfred Klinglhuber nach Damaskus, ins Hauptquartier von UNDOF.
Als Duty Officer im HQ umfassten seine Aufgaben ein breites Spektrum. Zusammen mit seinen internationalen Kollegen, sie hatten immer 24 Stunden Dienst, während dieser Zeit koordinierten sie sämtliche Meldungen der UNDOF-Bataillone sowie der UNTSO-Beobachtungsmission. Ihnen standen ein Telefon, ein Funkgerät und ein Fernschreiber zur Verfügung. Alle Vorfälle und Berichte erforderten sofortige Reaktionen und wurden umgehend an die zuständigen Offiziere und nach New York an die Vereinten Nationen gemeldet.
In der Rolle des Duty Officers war man gewissermaßen das "Mädchen für alles" im UNDOF HQ. So kam es auch vor, dass eine vergessene Häkeljacke der Gattin des Force Commanders zurückgeholt werden musste.
Das HQ bot jedoch auch die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen einen Gesamtüberblick über die Mission zu erhalten und Damaskus näher kennenzulernen.
Hauptmann Klinglhuber am seinem Arbeitsplatz im HQ
Die Local Worker des HQ in Damaskus
Ein bisschen Privatspähre im Innenhof des HQ
Selbstverständlich war die HQ Crew auch immer geladen im Camp, wenn es etwas zu feiern gab. Hier am Tisch des damaligen BaonsKdt Obstlt Satter auch der österreichische Botschafter Herbert Grubmayr.
Panorama von Damaskus
Al-Hamidiyeh Souq
Der Al-Hamidiyeh Souq in Damaskus ist ein kilometerlanges Labyrinth, das zahlreiche Entdeckungen bereithält. Hier finden sich Kunsthandwerk, Gold- und Silberschmuck, orientalische Gewürze, Kleidung und vor allem traditionelle Handwerkskunst. Schmiede, Ofenbauer, Tischler und viele andere Handwerker faszinieren die Besucher mit ihren "vorsintflutlichen" Werkzeugen und Fähigkeiten, die Produkte von einer Qualität schaffen, von der manche moderne Betriebe in unseren Breiten nur träumen können.
Kupferachmet
"Kupferachmet" in der geraden Straße. Er war ausgewählt worden, falls es Rommel gelänge den Suez Kanal zu überqueren, in der neuen politischen Ordnung einen wichtigen Posten zu bekleiden.
Yasher - Brothers
Jüdische Familie die für ganz UNDOF und auch Präsident Hafez al Assad Auftragsarbeiten durchgeführt haben. Sie sind in die USA ausgewandert. Der Senior kam angeblich wieder zurückl, weil er sich in den Staaten nicht zurecht fand.
Jeder, der jemals den Souq von Damaskus besucht hat, ist an diesem Ort vorbeigegangen, ohne es zu wissen. Wer dabei erwischt wurde, ein solches Foto zu machen, wäre verhaftet worden. Nur durch einen Bekannten aus dem syrischen Geheimdienst konnte Klinglhuber diese Aufnahme ohne Konsequenzen anfertigen. Das Bild zeigt das Gefängnis von Damaskus. Das Gefängnis für "normale" Kriminelle. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem berüchtigten Militärgefängnis Saidnaya, in dem tausende politisch Verfolgte ihr Leben verloren haben.
In diesem Gefängnis neben dem Souq wurden Kriminelle inhaftiert und weitgehend sich selbst überlassen. Angehörige und Freunde mussten für die Verpflegung sorgen. Man kann sich gut vorstellen, wie die Korruption in diesem Umfeld florierte und wer innerhalb dieser Mauern das Sagen hatte.
Besuch im Flüchtlingslager Jamuk
Das Flüchtlingslager Jamuk wurde 1957 gegründet und beherbergte bis zu 150.000 palästinensische Flüchtlinge. Unter den Präsidenten Hafiz al-Assad und seinem Sohn Baschar hatten die Flüchtlinge rechtlich, mit Ausnahme des Wahlrechts, den gleichen Status wie syrische Staatsbürger. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Flüchtlingslager zu einem eigenen Stadtteil, in dem auch syrische Bürger lebten.
Das Lager war während des Bürgerkriegs betroffen und stand zeitweise unter der Kontrolle des IS. Seit 2018 ist es wieder unter der Kontrolle der neuen Machthaber.
Hauptmann Klinglhuber wieder im Kreise seiner Familie
3. Einsatz als stellvertretender Bataillonskommandant 1987/89
Ein besonderes Zeichen für die Miliz
Als erster Miliz Offizier überhaupt wurde der damalige Major Alfred Klinglhuber zum DCO (stellvertretender Bataillonskommandant) des UNDOF AUSBATT bestellt. Er meisterte diese Aufgabe mit Bravour und sollte sogar als Bataillonskommandant zurückkehren. Seine Aufgaben als Bataillonskommandant in der Heimat verhinderten eine abermalige Rückkehr.
Operativ und repräsentativ
Diese Erinnerungen erlauben uns einen kleinen Einblick, hinter die Kulissen des AUSBATT. Neben der operativen Führung des Bataillons und des normalen Tagesgeschäfts in einem Einsatzgebiet gab es auch viele gesellschaftliche und repräsentative Verpflichtungen. Diese Seite sollte allerdings nicht den falschen Eindruck erwecken, dass man als Offizier des AUSBATT nur Gäste empfing und feierte. Obstlt a.D. Klinglhuber gewährt uns einen Einblick hinter die Kulissen, abseits des Routinebetriebs, der den meisten verborgen bleib.
Obstlt Gigler CO übernahm gleichzeitig mit Klinglhuber das Kommando über das AUSBATT.
Er war ein ausgezeichneter Kommandant und Kamerad. Leider verstarb er wenige Jahre nach seiner Rückkehr vom Golan.
Wiederherstellen des Vertauens und des Respektes
Im Jahr 1987, als Major Klinglhuber seinen Dienst als DCO des AUSBATT antrat, bestand eine seiner zentralen Aufgaben darin, das Vertrauen und den Respekt, insbesondere seitens der israelischen Seite, wiederherzustellen. Leider hatten einige maßgebliche Offiziere durch ihr Verhalten, viel von der jahrelangen hervorragenden Zusammenarbeit zerstört.
Eines Tages wurde Klinglhuber zu einem Briefing auf die A-Seite eingeladen. Der Vortragende war ein israelischer General, der für die Golan-Höhen zuständig war. Klinglhuber bereitete sich bereits auf eine Standpauke vor, doch zu seiner Überraschung wurde der polnische Vertreter scharf kritisiert. Mit der direkten Frage: "Was macht ihr eigentlich hier?" stellte der General die Leistung des polnischen Kontingents in Frage. Im Gegensatz dazu wurde Klinglhuber und das AUSBATT jedoch mit großem Respekt behandelt. Nach dem Briefing zog der General Klinglhuber in einen kleinen Raum und präsentierte ihm Fotos, die von der israelischen Luftaufklärung aufgenommen wurden und einen Panzergraben zeigten, der innerhalb der AOS im Zuständigkeitsbereich des AUSBATT lag. Klinglhuber, der Geografie studiert hatte und somit mit Luftaufnahmen und den Perspektivverschiebungen, die aus bestimmten Höhen und Winkeln entstehen, vertraut war, widerlegte die Behauptung mit fundierten Argumenten und präzisen Erklärungen. Der General war beeindruckt. Dennoch versprach Klinglhuber, die Situation vor Ort zu überprüfen und, sollte sich herausstellen, dass tatsächlich ein Panzergraben innerhalb der AOS angelegt worden war, die syrische Seite damit zu konfrontieren und den Graben zuschütten zu lassen.
Wenige Tage später erkundete Klinglhuber die besagte Stelle und stellte zu seiner Überraschung fest, dass zwar nicht am beschriebenen Ort, aber in unmittelbarer Nähe tatsächlich ein Panzergraben ausgehoben worden war, der mit sieben Panzerminen gesichert war. Unverzüglich befahl Klinglhuber dem S3 Major Weiss Kontakt zur syrischen Seite aufzunehmen und sich um eine befriedigende Lösung zu bemühen. Es handelte sich um einen klaren Verstoß gegen das Abkommen.
Der zuständige syrische Brigadegeneral wurde darüber informiert, dass die israelische Luftaufklärung den Panzergraben entdeckt hatte und eine sofortige Beseitigung des Grabens erwartete. Wer die Mentalität der Araber kennt, weiß, dass das Aufzeigen eines groben Verstoßes nicht positiv auf die Beziehungen wirkt. Nicht die Israelis sind schuld an der Verstimmung, sondern derjenige, der diesen Missstand anspricht. Klinglhuber, der sich dieser Dynamik bewusst war, hatte jedoch sofort eine Lösung parat, die es dem syrischen General ermöglichte, sein Gesicht zu wahren und unbeschadet aus der Affäre herauszukommen.
Er schlug vor, den Abschnittskommandanten, in dessen Bereich sich der Graben befand, ordentlich zusammenzustauchen und ihm zu befehlen, den Graben sofort zuzuschütten. So konnte der General die Verantwortung abwälzen und sich als Problemlöser präsentieren. Genau so geschah es dann auch.
Major Klinglhuber hat mit diesem diplomatischen Schachzug eine Krise abgewendet und unter Beweis gestellt, dass er die verantwortungsvolle Rolle des DCO des AUSBATT zu Recht innehat. Sowohl die syrische als auch die israelische Seite schätzten seine Bemühungen und betrachteten ihn als Vertrauensperson, mit der sie auf Augenhöhe verhandeln konnten.
Rache oder Zufall?
Kurz nach dem Vorfall mit dem Panzergraben ereignete sich auf der Straße zwischen Hadar und Position 17 ein weiterer Minenunfall. Ein Steyr 680, der auf einer Versorgungsfahrt war, fuhr auf eine Panzermine. Glücklicherweise blieb der Fahrer unverletzt, doch der LKW brannte vollständig aus.
Obwohl es nie bewiesen werden konnte, lag die Vermutung nahe, dass es sich um eine Racheaktion eines kurz zuvor auf der UNTSO Pos. 73 aufgegriffenen Syres aus Hadar handeln könnte. Er wurde von UNDOF den syrischen Behörden übergeben und von diesen für mehrer Wochen verhört und inhaftiert. Die Übergabe Aktion von Pos 73 an das AUSBATT fand ohne Information der isrealischen Seite statt.
Über den Verbleib der restlichen 6 Panzerminen ist nichts bekannt.
Eine freundschaftliche Allianz
Eine freundschaftliche Beziehung entwickelte sich zwischen dem Verbinduingsoffizier der israelischen Polizei, Major Teddy Kahn, und Major Klinglhuber. Kahn unterwies den Major in den Gepflogenheiten des Handels mit jüdischen Händlern. "Wenn du bei einem Händler etwas kaufst, frage immer, was er dir schenkt!" Die klare und einleuchtende Antwort auf das "Warum?" lautete: "Du könntest ja auch bei einem anderen Händler einkaufen!" Das klang logisch und erwies sich als effektiv.
Es war Teddy Kahn, der für das AUSBATT ein erschwingliches Haus in Tiberias, das "Tib-Haus", organisierte. Zudem war er dem AUSBATT und besonders Major Klinglhuber stets wohlgesonnen.
Am Bild ist Teddy Kahn mit seiner "etwas" jüngeren Lebensgefährtin
Teddy Kahn mit dem BaonsKdt Obstlt Winkler im Gespräch
Das Tib-Haus, welches Teddy Kahn besorgte und als Anlaufstelle für die Soldaten des AUSBATT diente, welche ihre freien Tage in Tiberias verbrachten
Die Schlangenfresser
In Syrien existierten neben dem regulären Militär verschiedene paramilitärische Einheiten, die hauptsächlich dem Schutz des Regimes dienten. Es fanden sich immer genügend Freiwillige, hauptsächlich aus der alawitischen Bevölkerung, da sie mit verschiedenen Privilegien, wie modernen Wohungen, gutem Gehalt und bester Ausrüstung belohnt wurden. Eine dieser Einheiten, die von Major Klinglhuber auf Befehl des BoansKdt Gigler besucht wurde, gehörte zur regierenden Baath-Partei. Diese Spezialeinheit nannte sich selbst "Schlangenfresser", ein Name, der ihre besondere Brutalität und ihr Durchhaltevermögen betonen sollte. Während der Vorführung demonstrierten sie ihre Entschlossenheit und gaben ihrem Namen alle Ehre. Sie hatten tatsächlich lebende Schlangen mitgebracht, bissen ihnen hinter den Kopf und zogen ihnen bei lebendigen Leib die Haut ab. Dann wurden die Schlagen gegrillt und auch Klinglhuber zum Verspeisen angeboten. Dies steigerte den Respekt vor dem österreichischem Offizier. Da sie bei dieser Vorführung allerdings mit Holzattrappen mit aufgepflantzten Bajonetten trainierten, war nicht gerade der Beweis für modernste Ausrüstung. Auch die Tatsache, dass Frauen in dieser Einheit dienten, sorgte für Verwunderung – ein eher ungewöhnlicher Anblick in einem arabischen Land. Interessant auch die Anfrage des Kommandierenden dieser Freiwilligen Einheit an den DCO: "Wo kann mein Sohn in den USA studieren?"
Medal Parade 26.10.1987
Unter den Augen vieler Ehrengäste meldet Mjr Klinglhuber, als Kommandant der ausgerückten Truppe. dem Force Commander General Major Gustav Welin (Schweden).
Dies war ein großer Tag. Nicht nur der österreichische Staatsfeiertag und die Medal Parade. Auch der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim stand an.
Anlässlich des hohen Besuchs spielte eine syrische Kapelle auf. Deren Kapellmeister hat in Budapest Musik studiert.
Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim auf Truppenbesuch beim AUSBATT
Anlässlich des Staatsfeiertages reiste der Bundespräsident und der Außenminister Dr. Alois Mock mit Gattinnen und eine hochrangige Delegation des Verteidigungsministeriums nach Syrien. Neben dem österreichischen Botschafter und Repräsentanten der verschiedenen Kontingente von UNDOF waren auch hohe Vertreter der syrischen Regierung und des syrischen Militärs zu Gast beim AUSBATT.
Der Bataillonskommandant Oberstleutnant Günther Winkler überreichte dem hohen Gast ein Splitterkreuz.
Der DCO Major Alfred Klinglhuber überreichte ebenfalls ein Splitterkreuz an Außenminister Dr. Alois Mock
Beim traditionellen "Standlmarkt" im Camp ging der Bundespräsident und seine Entourage auf Tuchfüllung mit seinen Soldaten
Weihnachten und Silvester 1987/88
Weihnachten war immer etwas besonderes fern der Heimat.
Aus der Heimat wurden Christbäume eingeflogen damit auf jedem Stützpunkt und auch im Camp ein Baum am 24.12. hell leuchten konnte.
Es kamen auch immer Pakete von den Angehörigen und oft auch Spenden von Organisationen für die Soldaten. Weihnachten 1987 kam so eine Spende von der SPÖ Oberösterreich. Kistenweise frisch geräucherter Speck. Major Alfred Klinglhuber persönlich überwachte die Aufteilung, damit wirklich jeder Soldat ein Stück bekam und der Speck nicht in irgendeiner Messe "verschwand".
Selbstverständlich wurden die Feiertage gebührend gefeiert. Ob auf den Stützpunkten oder im Offiziers-Casino, der Unteroffiziersmesse oder in der Mens-Mess.
Verbindungsaufbau zur Regionalbevölkerung
Eine zentrale Aufgabe von UNDOF war es, freundschaftliche Beziehungen zu regionalen Würdenträgern und Vertretern der verschiedenen Volksgruppen im Einsatzgebiet aufzubauen. Dies beinhaltete direkten Kontakt vor Ort. Wie es in arabischen Ländern Brauch ist, wurde Gastfreundschaft großgeschrieben, und es wurden regelmäßig Delegationen zu Feierlichkeiten oder informellen Treffen eingeladen.
Bei diesen informellen Zusammenkünften wurden stets lokale Spezialitäten serviert. Unter anderem, wie auf den Bildern unten zu sehen ist, wurde gekochter Schafskopf aufgetischt. Den Gästen wurde die "Ehre" zuteil, das Gehirn und die Augen des Schafskopfes zu kosten. Für manche mag dies eine fragwürdige Ehre sein. Ein Ablehnen wäre jedoch eine schwere Beleidigung für den Gastgeber. Also hieß es: Augen zu und durch.
Die Bilder unten zeigen einen besonderen Anlass für eine Einladung. Der "Gastgeber" war gerade aus einem Dorf geflohen, nachdem er einer Blutrache entkommen war, und hatte Zuflucht im Dorf Faouar gefunden. Um den Bewohnern von Faouar die Bedeutung ihres neuen Dorfbewohners zu verdeutlichen, organisierte der syrische LO dieses Festmahl im Haus des Geflohenen. Warum er so geschützt wurde, bleibt spekulativ, aber vermutlich war er ein Informant.
Gopher Hole
Bei jeder Rotation wurde die Einsatzfähigkeit des AUSBATT überprüft. Bei dieser "Gopher Hole" genannten Übung gibt es vorgegebene Szenarien und Übungsannahmen welche vom Bataillon durchgeführt werden müssen. Ein Team aus Schiedsrichtern beurteilt wie die Aufgaben erfüllt wurden und beim abschließenden Briefing werden die einzelnen Abläufe durchbesprochen und wenn nötig Verbesserungen ausgearbeitet. Vom BaonKdt bis zum letzten Schützen, alle stehen auf dem Prüfstand.
Major Lenthe (S2/S3) beim Lage Briefing im BaonsKdo. Obstlt Gigler (BaonsKdt) und Mjr Klinglhuber (DCO) voll konzentriert.
Schnell noch eine Zigarette bevor es in den Shelter geht.
BaonsKdt Obstlt Gigler erteilt letzte Befehle
Die schnelle Eingreif - Gruppe ist einsatzbereit. Die EEG war die Verstärkung sollte es auf einem Stützpunkt zu Problemen kommen und mehr Feuerkraft und/oder Sanitätsversorgung von Nöten sein.
Sportliches Kräftemessen: AUSBATT - POLLOG
Neben dem AUSBATT war auch das POLLOG, die Logistikeinheit aus Polen, im Camp Faouar stationiert. Neben verschiedenen Logistikaufgaben, wie dem Wassertransport, war das polnische Kontingent auch für die Minenräumung in der Region verantwortlich.
Zu dieser Zeit war der Kalte Krieg noch in vollem Gange, und Polen gehörte dem Warschauer Pakt an. Obwohl Österreich neutral war, wurde es von Polen als "Feind" betrachtet. Daher wurde das polnische Kontingent stets von sogenannten "Polit-Offizieren" begleitet, um eine Verbrüderung mit dem "Feind" zu verhindern.
Um ein besseres Verständnis und Vertrauen aufzubauen, wurden regelmäßig sportliche Wettkämpfe veranstaltet.
Unter den wachsamen Augen der Kontingentkommandanten lieferten sich die Teilnehmer harte, aber faire Wettkämpfe, und die Sieger wurden mit Pokalen und Urkunden ausgezeichnet.
AUSBATT Marsch
Die AUSBATT Marsch stellt eine besondere Herausforderung für alle Teilnehmer dar. Diese äußerst beliebte, aber auch anspruchsvolle Veranstaltung erstreckte sich über zwei Tage. Die Teilnehmer mussten rund 45 Kilometer und mehr als 2.000 Höhenmeter bewältigen. Der Startschuss fiel in Quneitra, und der Marsch führte durch das gesamte Einsatzgebiet des AUSBATT, bevor er am zweiten Tag auf dem Gipfel des Mount Hermon in einer Höhe von 2.814 Metern endete.
Unter den Marschierern befanden sich Angehörige aller Kontingente von UNDOF sowie Unterstützer verschiedener Botschaften. Besonders hervorzuheben ist der damalige Force Commander, der österreichische Divisionär (heute Generalmajor) Radauer, der ebenfalls an diesem herausfordernden Event teilnahm.
Der BaonsKdt ObstLt Gigler und DCO Mjr Klinglhuber gehörten zum Organisationsteam
Ebenfalls beim AUSBATT Marsch auf Hotel Base. Hptm Scamen, (Adjudant des CO). Mister Golding (die Nr. 2 der UNO Verwaltung) und General Radauer (Force Commander)
Nationalfeiertag in der österreichischen Botschaft
Anlässlich des Nationalfeiertage lud der österreichische Botschafter in seine Residenz in Damaskus und viele Ehrengäste, unter ihnen der damalige Verteidigungsminister Lichal, folgten seinem Ruf.
Bundesminister Lichal begrüßt Mjr. Klinglhuber. Im Hintergrund der legendäre Pater Edwin
Mjr Klinglhuber mit der Golan Legende Vzlt Werner Zofal
Im Gespräch mit dem deutschen Militärattaché. . Rechts hinten. Vom Dienstgrad her vermutlich der russische Militärattaché.
Selma Bizem, Tochter von Elis Darwisch (pens. syrischer Major) und Mjr Klingelhuber. Darwisch war der jüngste Kriegsteilnehmer im WK 1 auf Seiten der österreichischen k.u.k. Armee und wir widmen ihm ein eigenes kleines Kapitel.
Mjr Klinglhuber im Gespräch mit Nashua, der Tochter eines hochrangigen syrischen Offiziers.
Botschafter Dr. Magerl, BM Lichal und der syrische General Tlass
"Elez" ein bosnisches (österreichisches) Schicksal
Im Buch: "Die Bosniaken kommen!" "Elitetruppe in der k.u.k. Armee", von Werner Schachinger im Leopold Stocker Verlag erschienen, ist ihm ein ganzes Kapitel gewidmet.
Elez Dervisevic war jüngster Kriegsteilnehmer im WK I. Das Buch gehört in jede Hausbibliothek die , die Geschichte Österreichs behandelt! Nach dem WK II gerät er in ein "Tito Todeslager", flieht mit seiner damals 10jähigen Tochterr zu Fuß über Triest nach Brindisi und schifft sich dort nach Syrien ein, wo er der Armee beitritt, Als Major geht er in Pension. In der TV-Serie "Österreich in der Levante", von Fritz Molden, wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Er beendet dort seinen Auftritt mit den Worten: "Ich bin stolz ein Österreicher zu sein!".
Major Klingelhuber ist bis heute seinen Nachkommen freudschaftlich verbunden.
Die Bilder des jungen Helden wurden Klinghuber persönlich übergeben und auf der Rückseite mit Widmungen versehen.
Klinglhuber wurde persönlich zu einem Besuch von Elez in sein Zuhause in Damaskus eingeladen.
Frühschoppen beim AUSBATT 28.09.1987
Die Spuren des Krieges
Wo man auch hinkommt, stets trifft man auf die Spuren des vergangenen Krieges. Zwei Orte, an denen die Schrecken des Krieges besonders eindrücklich erlebbar sind, sind das "Tal der Tränen", wo die zerstörten Panzer wie ein Mahnmal bereits von Weitem sichtbar stehen, und Quneitra, die verwüstete Stadt, in der insbesondere der geschändete Friedhof berührt.
Das SOS Kinderdorf in Damaskus
Das SOS-Kinderdorf in Damaskus erhielt kontinuierliche Unterstützung durch das AUSBATT. Neben dem Golan UO Feitlclub fanden auch im Offizierscasino regelmäßig Spendenaktionen zugunsten dieser wichtigen Einrichtung statt. Auf den Bildern sieht man Mjr. Klinglhuber während eines Besuchs, bei dem er zur Freude der Kinder und Betreuer Geschenke mitbrachte.
Auch ein DCO hatte freie Tage
Major Klinglhuber nutzte seine freien Tage, um in die Kultur der Gastgeberländer einzutauchen.
Neben den heiligen Stätten Israels bot besonders Syrien, für viele unbekannt, eine reiche kulturelle Vielfalt.
Obwohl Syrien unbestritten unter der eisernen Herrschaft des damaligen Präsidenten Hafiz al-Assad stand, war das Land ein säkularer Staat, in dem Religion und Politik strikt voneinander getrennt waren. Minderheiten, die sich nicht gegen die Regierung wandten, wurden geschützt. In Damaskus lebten Sunniten, Schiiten, Alawiten, Drusen, Christen und sogar eine kleine jüdische Gemeinde friedlich nebeneinander. Unzählige heilige Stätten verschiedener Konfessionen zeugen von diesem harmonischen Zusammenleben.
Ein besonders bemerkenswerter Ort war die christliche Gemeinde in Maalula, etwa 56 km nordöstlich von Damaskus, wo bis heute die Sprache Jesu, Aramäisch, gesprochen wird. Während des syrischen Bürgerkriegs und der Revolution 2024 richteten der IS und die neuen sunnitischen Machthaber verheerende Zerstörungen an den christlichen Denkmälern an und töteten sowie vertrieben unzählige Christen.
Seine Erkundungen führten ihn auch nach Palmyra und in die jordanische Stadt Petra.
Selbstversorgung in den Off Days
Besuch der Familie
Wie viele andere Kameraden, lud auch Major Klinglhuber seine Familie – seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter – zu einem Besuch im Einsatzgebiet ein. Dies bot eine hervorragende Gelegenheit, der Familie Einblicke in den Alltag des Einsatzes zu gewähren und sowohl die syrische als auch die israelische Kultur näher kennenzulernen. .
Ein besonderes Highlight war der Besuch bei den beduinischen Stämmen sowie ein traditionelles Festessen bei einer einheimischen Familie.
Auswirkungen der Intifada in Jerusalem. Strassensperren mit großen Felsbrocken.
Dienstaufsicht bei der Camp Feuerwehr
Am Ende der 80er Jahre war die Camp Feuerwehr im Vergleich zu den Anfangsjahren der Mission bereits gut ausgerüstet. In regelmäßigen Abständen wurde die Einsatzfähigkeit überprüft. Die Camp Firefighter spielten eine entscheidende Rolle innerhalb des Bataillons und wurden entsprechend gefördert und gefordert.
Unterwegs in der Area of Seperation (AOS)
Wann immer es ihm möglich war, verließ Major Klinglhuber seinen Schreibtisch und war unterwegs in der Zone um seine Soldaten zu besuchen. Sei es um Besuche zu begleiten, seiner Dienstaussichtspflicht nachzukommen oder sich einfach mit seinen Soldaten zu unterhalten und sich anzuhören wo der Schuh drück oder wo und wie man Verbesserungen vornehmen konnte.
Besonders gerne fuhr er zu Stützpunkt 17. Dieser sehr abgelegene Stützpunkt wurde eher ungerne besucht, da er sehr schwierig zu erreichen war. Klinglhuber bildete die die große Ausnahme.
"Aggregatowitsche"
Missliebige "Heimkehrer" hatten nach der Rotation behauptet, die "Verlängerten" seien ständig betrunken und hatten nichts gearbeitet. DCO soll einen Bericht verfassen! Klinglhuber stellte einen Fragenkatalog zusammen und legte diesen jedem Angehörigen des I-Zuges, einschließlich dem KpKdt der StbKp, zur Beantwortung vor! Ergebnis: Natürlich wurde bei Geburtstagfeiern und offiziellen Anlässen Alkohol getrunken (wie von jedem Anderen auch). Die Beanstandeten sind immer, bei jeder Witterung, ob Tag oder Nacht, zu jeder Jahreszeit in die Zone gefahren und dort ihren Aufgabe nachgekommen: Aggregatge repariert oder ausgetauscht. Die UN Regulationen wurden immer eingehalten! Vom Heimatstab kam eine Belobigung für die Art der Untersuchung zurück. ("So etwas hat es noch nie gegeben!") Gerüchten beugt man mit Offenheit vor.
Unmittelbar unterhalb des Hermon Stützpunktes befinden sich eine Grotte und die Ruinen eines alten Baal-Tempels, die ein eindrucksvolles Zeugnis für die kulturelle Vielfalt Syriens darstellen. Der Haupttempel dieser geheimnisvollen, uralten Wasserreligion liegt in Baalbeck im Libanon. Er wurde aus enormen Monolithen errichtet, und die Archäologie steht bis heute vor dem Rätsel, wie diese gewaltigen Steine mit den damaligen Mitteln bewegt werden konnten. Nach der Übernahme des Mount Hermon durch die österreichischen Soldaten wurde die Baal Grotte zufällig entdeckt. Sie wurde von der israelischen Armee als Unterstand verwendet und war bei ihrer Entdeckung völlig zugemüllt. Die Soldaten des AUSBATT haben die Grotte wieder in den Urzustand hergerichtet und seitdem ist sie ein gern besuchtes Ausflugsziel für alle Besucher des Mount Hermon.
Während seines Einsatzes gab es auch eine rege Bautätigkeit im Camp und auf den Stützpunkten. Finnische Fertigteilbarracken ersetzten die Uraltbarracken. Die Pioniere leisteten großartige Arbeit und errichteten diese neuen Wohn-und Arbeitsstätten im Accord.
Die Polen verbrennen, zum Entsetzen der Einheimischen Auto Reifen. (Diese sind wertvolle Rohstoffe für die Handwerker im Souq)
Jeder Einsatz endet irgendwann
Anfang 1989 ging auch für Major Klinglhuber seine Zeit als stellvertretender Bataillonskommandant des AUSBATT zu Ende. Während seiner Dienstzeit unter zwei Bataillonskommandanten erarbeitete er sich einen hervorragenden Ruf als kompetenter Anführer und Problemlöser. Auch die Verantwortlichen der Konfliktparteien schätzten sein Engagement und seine respektvolle Art im Umgang mit anderen.
Mit seiner Arbeit setzte er ein klares Zeichen für die Miliz. Er bewies, dass auch Milizoffiziere in der Lage sind, ein Infanteriebataillon erfolgreich in einem Einsatz zu führen.
Immer wieder wurde der Wunsch an ihn herangetragen, als Bataillonskommandant auf die Golan-Höhen zurückzukehren. Doch seine Verpflichtungen als Bataillonskommandant in der Heimat hinderten ihn an dieser Rückkehr.
Das Offiziers Korps des AUSBATT 1988 unter dem Kommando des CO Obstlt Gigler und dem DCO Mjr Klinglhuber
Die Heimreise im Wohnmobil ist bereits geplant
Das Abenteuer Heimreise beginnt. Mit seinem Wohnmobil verläßt Mjr Klinglhuber das Camp Faouar Anfang 1989 und tritt die Heimreise auf Achse an. Heute, 38Jahre später, ist er immer noch mit diesem Wohnmobil unterweg. Er bereist mit seiner Gattin den hohen Norden und legt jährlich tausende Kilometer mit dem jetzt doch schon in die Jahre gekommenen Wohnmobil zurück.
Mein aufrichtiger und herzlicher Dank gilt jenen Kameraden die mir geholfen haben meine Aufgaben zu erfüllen.
Obstlt aD Prof. Mag. Alfred Klinglhuber im Jahr 2026
„Die Erinnerungen an die Golan Höhen sind ein unvergesslicher Teil meiner Militärzeit. Es war eine Ehre, dort zu dienen und Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu sein.“
Obstlt aD Prof. Mag. Alfred Klinglhuber im Jahr 2026